Lost in Translation?

Heute im Bus setzte ich mich neben ein Mädchen. Ich war auf dem Weg zur Kita, um das Kekskind abzuholen. Das Mädchen lächelte mich an und sagte „Hallo!“, also lächelte ich zurück und sagte auch „Hallo!“, was sie zu freuen schien. Ich fragte mich, ob das Mädchen allein unterwegs war, ich konnte auf den ersten Blick keine erwachsenen Begleiter sehen und sie schien mir irgendwie schutzbedürftig. Vielleicht lag es an der sofortigen, offenen Kontaktaufnahme – meiner Erfahrung nach machen das Kinder nicht unbedingt, weil sie extrovertiert sind, sondern weil sie abschätzen wollen, ob ein Erwachsener freundlich gesinnt ist, ob es sich um eine Bedrohung oder einen potentiellen Beschützer handelt. Ich fischte zwei Hustenbonbons aus meiner Jackentasche und bot ihr eins an. Sie schien sich wieder sehr zu freuen, packte das Bonbon aber nicht etwa aus, sondern leckte zweimal daran und steckte es ein. Ich lächelte sie wieder an. Und plötzlich entspann sich ein Gespräch – zumindest so eine Art Gespräch, denn sie sprach kein Wort Deutsch, ich leider kein Wort Farsi. Aber sie hatte sich offenbar stur in den Kopf gesetzt, sich freundlich mit mir zu unterhalten, und ich tat mein Bestes, es ihr gleich zu tun. Mit Gesten und einigen wenigen Wörtern führten wir also das schönste Busgespräch, das ich jemals hatte.

no border, no nati... what.

no border, no nati… what.

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