Das lange Hallelujah – ein Mystery-Western

Vor einigen Jahren begann ich mit einem Freund einen Roman zu schreiben, der leider bis heute nicht vollendet wurde. Der Kniff war, dass wir einfach drauflos schrieben, ohne Plan, ohne Konzept, doch mit einem Ziel: Herauszufinden, was die geheimnisvolle und gefährliche „Gruppe Z“ war, warum Jonathan in ihre Fänge geriet, welche Rolle Petralina Metralijowa dabei spielte und welches Schicksal Eusebias Papagei widerfahren würde.

Das Brokeback Mountain-Crossover kommt irgendwann wie von selbst. - https://stocksnap.io

Das Brokeback Mountain-Crossover kommt irgendwann wie von selbst. – https://stocksnap.io

Und mit ‚drauflos schreiben‘ meine ich, dass wir nicht einmal chronologisch vorgingen. Wir folgten einfach den orakulösen Eingebungen eines Westerntitel-Generators und versuchten, dabei möglichst das Niveau gängiger Groschenromane zu unterbieten, ohne dabei sprachliche Brillanz einzubüßen. Auch wenn wir dabei nur acht Kapitel weit gekommen sind, denke ich, dass uns das gelungen ist. Deshalb möchte ich hier voll Stolz das erste Kapitel unseres Erfolgsromans „Pilluks spricht das lange Hallelujah – ein Mystery-Western“ präsentieren. Ich wünsche euch viel Freude beim Lesen. Und bitte behaltet dabei im Hinterkopf, dass ich nicht alleine die Verantwortung für dieses machtvolle Meisterwerk trage.

Kapitel 5: Einzelgänger beten nicht

Und so geriet ich in die Fänge der Gruppe Z.
Ich denke, es ist nicht notwendig noch mehr Worte über das Wie und Warum zu verlieren. Abschließend möchte ich jedoch hinzufügen, so wichtig war das eigentlich alles gar nicht. Als ich nun Dr. Torben Tordalk nach langen Jahren wiedertraf, fühlte ich aufs Neue jene Vertrautheit, die mich schon einmal fast ins Verderben gestürzt hatte. Dr. Tordalk lehnte lässig an einer verdreckten Mülltonne, aus der stinkender Qualm schwoll. Ich kaute entspannt an einem alten Apfel und genoss den Herbstwind. Dr. Tordalk sah zu mir herüber und blies durch seine schmalen Lippen den Rauch seiner bis zum Filter heruntergebrannten Zigarette. Ich fragte mich, ob er immer noch dieselbe Marke rauchte; die Marke, die sonst kein Mensch auf der ganzen Welt rauchte. Schon damals wurde mir immer sofort übel, wenn sich der beißende Gestank seiner Glimmstengel durch meine Augen bis tief in meinen Leib bohrte. Dr. Torben Tordalk war kein Mensch. Um ihn nicht erkennen zu lassen, wie sehr er mich anwiderte, zwang ich mich zu einem freundlichen Lächeln und stieß zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor:
„Tordalk. Ich hatte gehofft, Sie hier zu treffen.“
Er schmunzelte höhnisch. Wie immer durchschaute er mich sofort. Und als ob er mit Dr. Tordalk unter einer Decke stecken würde, wandte sich nun auch der Herbstwind gegen mich, der eben noch so freundlich meine Haut umschmeichelt hatte und nun gemeinsam mit dem gerade einsetzenden eiskalten Regen mir ebenfalls nach dem Leben zu trachten schien.
„Jonathan,“ sagte Dr. Torben Tordalk und spuckte seinen Zigarettenstummel demonstrativ neben die Mülltonne. „Was ist mit dem vereinbarten Preis?“ fragte er und sein milchiges Glasauge funkelte mich boshaft an.
Ich wurde nervös. Zwar hatte ich mit dieser Frage gerechnet und Vorkehrungen getroffen, doch würde Dr. Tordalk wirklich darauf hereinfallen?
„Lassen Sie uns woanders reden. Hier wird es mir zu ungastlich.“ brachte ich hervor und wusste dabei selbst nicht, ob das Zittern in meiner Stimme durch den kalten Regen oder meine Angst hervorgerufen wurde. Die Angelegenheit vom Genfer See hing mir offenbar doch mehr nach, als ich gedacht hatte. Dr. Tordalk schaute mich mit leerem Gesicht an. Das Regenwasser tropfte von seiner Hutkrempe und perlte an seinem Ledermantel herunter.
„Nein,“ hauchte er bedrohlich. „Geben Sie’s mir. Sofort!“

Als der Fremde mir das uralte Siegel von Atlantis über den schmierigen Tisch der Kaschemme herüberschob, versuchte ich nicht aufgeregt zu wirken. Das Siegel von Atlantis war ein unfassbar wertvolles Herrschaftssymbol der Illuminaten, das hieß also, wer im Besitz des Siegels war, dem ward uneingeschränkte Herrschaft prophezeit. Ich wusste schon jetzt, dass der erste, der es würde haben wollen, Dr. Torben Tordalk war. Doch konnte ich das zulassen?

Ich denke, es wird hier bereits evident, dass es sich um ein Abenteuer epischen Ausmaßes handelt. Bleibt dran, denn ich werde auch die anderen Kapitel hier veröffentlichen. Ob ihr wollt oder nicht.

Beängstigend inspiriert,

Eure Hannah

5 Gedanken zu “Das lange Hallelujah – ein Mystery-Western

  1. Jaaaaa, im Allgemeinen gilt „wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten“, aber da es sich um ein #tag handelt, dachte ich, ich sach ma bescheid, dat der übermäßig tragische Film mit den verliebten Cowboys mangels Friesen nicht ‚Brokeback Mointain‘ hieß.

    Gefällt mir

  2. This piece of literature is not worth the toilet paper onto which it will never be printed. Nonetheless, I do like the story in some very weird way. Keep on writing this novel, and give my best to that lovely other author.

    Gefällt mir

  3. Pingback: „Mehr stinkend als lebendig“ – Das lange Hallelujah, Teil 2 | Wörter auf Papier

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s